von Dorothee Zipperer und Hans Kessler

Im Jahr 1683 stellte die reformierte Gemeinde in Neuenheim einen Lehrer für den Unterricht an einer neu errichteten Schule ein. Bei der Zerstörung des Dorfes Neuenheim durch die Franzosen im Jahr 1689 brannte allerdings auch die Schule ab, und erst um 1730 hatte die reformierte Gemeinde wieder einen Lehrer. Er unterrichtete rund 50 Schüler. Im Jahr 1748 brannte gleichfalls das zweite Schulhaus nieder. Daraufhin ersteigerte man für rund 500 Gulden ein nahe am Neckar gelegenes Häuschen, das bei der Hochwasserkatastrophe von 1784 schwer beschädigt und unbrauchbar wurde.

Die reformierte Gemeinde erbaute danach ein neues Schulhaus in der heutigen Lutherstraße. Der Lehrer begann im Jahr 1719 mit dem Unterricht in Neuenheim. Er übte sein Amt jedoch nur für kurze Zeit aus, und erst 1743 erhielten die katholischen Schüler wieder einen Lehrer. Im Jahr 1752 erwarb die katholische Gemeinde ein kleines, einstöckiges Schulhaus an der westlichen Ecke von Ladenburger- und Bleichstraße. Das Haus befand sich trotz hoher finanziell Aufwendungen meist in einem schlechten Zustand.

Im 19. Jahrhundert besserten sich die Schulverhältnisse in Neuenheim. Ab 1835 oblag der Unterhalt der beiden Schulhäuser nicht mehr den Kirchengemeinden, sondern der politischen Gemeinde. Aus finanziellen Gründen beantragte die Mehrheit der evangelischen und katholischen Bürger im Jahr 1849 eine Gemeinschaftsschule für die insgesamt 173 Schüler. Die Kirchenbehörden lehnten den Antrag zunächst ab, und erst am 23. Oktober 1868 wurden die beiden konfessionellen Schulen vereinigt. Um die neue Simultanschule aufnehmen zu können, vergrößerte man 1870 das evangelische Schulhaus.

Die Eingemeindung Neuenheims zur Stadt Heidelberg im Jahr 1891 und die Zunahme der Bevölkerung um die Jahrhundertwende machten den Bau eines neuen Schulgebäudes notwendig. Von den 270 Schülern der Neuenheimer Schule konnten in dieser Zeit nur die der ersten drei Schuljahre im alten Schulhaus unterrichtet werden, die Schüler der Klassen vier bis acht mussten die Schule in der Altstadt besuchen. Daher wurde in der Mönchhofstraße ein neues Schulgebäude errichtet, dessen westlicher Bauabschnitt am 28. April 1903 bezogen wurde. Der östliche Gebäudeteil wurde im Juni 1905 fertiggestellt. Das großzügige Jugendstilgebäude umfasste 15 Klassenzimmer, drei Lehrerzimmer, drei Karzer und ein Dienstzimmer. Die Mönchhofschule war ursprünglich in eine Knabenabteilung im Westtrakt und eine Mädchenabteilung im Osttrakt mit jeweils eigenständigen Schulleitungen aufgeteilt. Im Osttrakt war für kurze Zeit auch der Vorläufer der Pädagogischen Hochschule, das „Großherzogliche Vorseminar“ untergebracht.

Der Name der Schule ist auf einen jahrhundertealten Hof in klösterlichem Besitz zurückzuführen, der am Anfang der Mönchhofstraße lag und dessen bauliche Überreste noch heute dort zu sehen sind.

Wegen Schulraummangels erfolgte die Erweiterung der Mönchhofschule 1962 und ein Pavillongebäude. Seit 1963 befindet sich im Westtrakt eine Mittelschule, aus der die heutige Johannes-Kepler-Realschule hervorging.